Chor-Workshop und Konzert: Ukrainische Weihnachtslieder

Weihnachts-Ikone von Ostap Lozynskyj

In diesem Jahr laden wir wieder zu einem Chorworkshop ein. Die Tradition vieler und besonders schöner Weihnachtslieder ist eine Besonderheit der Ukraine im ostslawischen Raum, und wie auch etwa in Deutschland haben im Laufe der Zeit die großen Komponisten des Landes Bearbeitungen für Chöre geschaffen (eine kleine Auswahl kann man in diesem Artikel auf Народний Фаст Фуд kennenlernen).

Wir wollen uns an drei Abenden Bearbeitungen ukrainischer Weihnachtslieder von Komponisten wie Kyrylo Stetsenko, Myroslaw Skoryk, Mykola Leontovytsch, Volodymyr Yakymets’ und anderen erarbeiten.

Wir treffen uns an drei Donnerstagabenden: dem 31. Oktober, dem 7. und 14. November jeweils von 19:00 bis 21:00 in der Musikschule Eimsbüttel, Marthastr. 46, 20259 Hamburg. Am 26. November, zusammen mit dem Chor der ukrainisch-katholischen Gemeinde in Hamburg, haben wir einen 20-minütigen Auftritt beim Internationalen Adventssingen in St. Petri.

Mitmachen kann jeder, der ein wenig Chorerfahrung hat. Die ukrainische Sprache soll dabei nicht zum Problem werden, wir bereiten alles Notenmaterial sowohl im Original als auch in lateinischer Umschrift vor, und es werden einige Muttersprachler dabei sein, die bei der Aussprache helfen!

Wer gern teilnehmen möchte, melde sich bitte vorher bei uns, z.B. über unsere Facebook-Seite oder auch per Email: info@deutsch-ukrainischer-kulturverein.de. So können wir bei etwaigen Terminänderungen o.ä. alle erreichen, so dass niemand etwas verpasst!

Hier ist eine kleine Youtube-Playlist mit besonders schönen Chorbearbeitungen von ukrainischen Weihnachtsliedern, von denen wir dann einige singen werden:

 

 

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Rückblick – Film “Mythos” in Hamburg

Am 17. Mai fand unser Filmabend mit “Mythos – wofür starb Wassyl Slipak” über den berühmten ukrainischen Opernbariton Wassyl Slipak statt, der im Sommer 2016 in der Ostukraine dem Krieg zum Opfer fiel.

Im Lichtmeß-Kino hatte sich eine sympathische Mischung aus ukrainischen und deutschen Zuschauern versammelt, manchen, denen Wassyl Slipkak bereits ein Begriff war und anderen, die einfach aus Neugier und Interesse gekommen waren. Vor Beginn des Films erzählte Regisseur Ivan Yasnij ein wenig von der Entstehungsgeschichte des Films, wie er auf die Idee für dieses Projekt gekommen war und auch, wie Slipak, den er zu Lebzeiten nicht gekannt hatte, immer mehr zu einem Freund wurde, zu dem er eine starke Verbindung zu fühlen begann.

Im Anschluss an die Filmvorführung bestand die Möglichkeit, dem Regisseur weitere Fragen zu stellen, und es entstand ein überaus interessanter Austausch, der dann in ein entspanntes Gespräch all derer, die noch im Saal verblieben waren, überging.

Wir danken Ivan Yasnij für diesen wundervoll gemachten, oft tragischen, dann aber auch wieder humorvollen Film, der ein so einfühlsames Portrait des Künstlers, aber auch des Menschen Wassyl Slipak zeichnet, und natürlich auch ganz besonders dafür, dass er gestern unser Gast war. Ein ganz besonderer Dank gilt aber auch Oleksij Volynchyk, der durch seine Übersetzung die Wortbeiträge auch für unsere deutschen Gäste verständlich machte und auch dem Generalkonsulat der Ukraine in Hamburg für die Zusammenarbeit.

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17. Mai: Film “Mythos” – wofür starb Wassyl Slipak?

“Mythos”, das ist die Geschichte von Wassyl Slipak, einem ukrainischen Opernbariton von Weltformat. Geboren in Lviv führte ihn sein Talent schließlich  im Jahr 1997 nach Paris, wo er fortan als Solist an der Nationaloper und im Bastille-Opernhaus tätig war. Im Laufe seiner Karriere gewann Slipak eine ganze Reihe internationaler Preise und trat für Gastspiele in renommierten Opernhäusern in der ganzen Welt auf.

Als 2013/2014 in seiner Heimat die “Revolution der Würde” (Euromaidan) begann, unterstützte er sie mit der ukrainischen Diaspora in seiner Pariser Wahlheimat, war u.a. als Organisator tätig und sammelte Hilfsgelder durch Benefizkonzerte. Nach dem Ende der Maidanproteste folgte die Annexion der Krim und der hybride Krieg in der Ostukraine, dem bis zum heutigen Tag weit über 13.000 Menschen zum Opfer gefallen sind.

Slipak verstärkte seine Aktivitäten, um Hilfe für Opfer von Krieg und Besatzung zu organisieren und die Aufmerksamkeit der internationalen Öffentlichkeit auf das Thema zu lenken. Im Jahr 2015 war ihm auch das zu wenig, er wollte vor Ort etwas bewegen. Er entschloss sich deshalb, jeweils für seine Ferien als Freiwilliger an die Front im Osten zu gehen. Den dritten dieser Einsätze überlebte er nicht, er fiel im Juni 2016 der Kugel eines Scharfschützen zum Opfer.

Der Dokumentarfilm (Ukraine, 2018, 63’) der beiden Regisseure Leonid Kanter und Ivan Yasniy porträtiert Leben und Wirken von Wassyl Slipak, sein Wirken als Künstler, seinen Einsatz für die Menschen in seiner Heimat und seinen viel zu frühen Tod. Immer präsent ist dabei die Frage, wofür Slipak starb. Seit seinem Erscheinen im Jahr 2018 wurde “Mythos” auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt, gewann den Preis des Internationalen Filmfestivals Figueira FilmArt in Portugal und wurde von der Kinoakademie der Ukraine zum besten Dokumentarfilm des Jahres 2018 gekrönt.

Wir zeigen den Film am 17. Mai um 19:00 Uhr im Lichtmeß-Kino, Gaußstraße 25, 22765 Hamburg  im Original mit Untertiteln. Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Diskussionsrunde mit dem Regisseur Ivan Yasniy statt, der an dem Abend unser Gast sein wird. Zur Kostendeckung erbitten wir 10 € (Ermäßigter Preis: 7 €) pro Person.

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Workshop für Chorsänger: ukrainische Weihnachtslieder

Weihnachts-Ikone von Ostap Lozynskyj

In diesem Jahr veranstalten wir unseren zweiten Workshop für Chorsänger mit ukrainischen Weihnachtsliedern. Die Tradition vieler und besonders schöner Weihnachtslieder ist eine Besonderheit der Ukraine im ostslawischen Raum, und wie auch etwa in Deutschland haben im Laufe der Zeit die großen Komponisten des Landes Bearbeitungen für Chöre geschaffen (eine kleine Auswahl kann man in diesem Artikel auf Народний Фаст Фуд kennenlernen).

Einige dieser Sätze wollen wir an zwei Abenden gemeinsam erarbeiten. Es zeichnet sich sogar die Möglichkeit eines oder zweier Kurzauftritte ab, und, wenn wir Lust dazu haben, können wir uns gut einen Flashmob auf einem der Hamburger Weihnachtsmärkte vorstellen.

Die Proben finden an zwei Donnerstagen, dem 6. und 13. Dezember, jeweils von 19:00 bis 21:00 Uhr statt. Es sind noch Plätze frei, wer gern teilnehmen möchte, melde sich bitte vorher bei uns, z.B. über unsere Facebook-Seite!

Zum Appetitmachen ist hier ein kleiner Vorgeschmack – dieses Lied ist in der Ukraine ähnlich populär wie “Oh Du fröhliche” hierzulande, und die Bearbeitung von Kyrylo Stetsenko ist ganz besonders schön:

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Fröhliche Ost-ern!

Wir haben Sie ja letztes Jahr schon gewarnt – für uns Ost-West-Familien gibt es die meisten Feste doppelt. So durften wir letztes Wochenende schon einmal Ostern feiern (man könnte, Wolfgang Neuss zitierend, auch “Western” sagen) und nun, dieses Jahr nur eine Woche später, erneut. Unsere tapferen Nachbarn hatten trotz Schnee schon einen Baum im Garten mit Ostereiern behängt, und meine Familie beging den Karfreitag (West) ganz in der protestantischen Tradition mit der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach, feierte dann aber am Westersonntag in der ukrainischen Kirche den Palmsonntag (Ost).

Ukrainische Paska (Wikipedia)

In den Tagen vor Ostern wurden schon Ostereier bemalt und Paska gebacken. Vor dem Gang in die Kirche werden diese, aber auch andere Lebensmittel in einen Korb gelegt, mit einem bestickten Tuch bedeckt und mitgenommen, um nach der Osterliturgie gesegnet zu werden. Danach sitzt man zusammen, isst und trinkt und feiert den ganzen Tag mit der Familie und Freunden.

In der Ukraine ist Ostern vor allem ein spirituelles Fest, das Ende der Fastenzeit und die überschwängliche Freude darüber, dass durch den Tod der Tod besiegt wurde. Das kommt ganz besonders an diesem Tage in der Kirche immer wieder zur Sprache, in Lesungen, der Predigt und auch Gesängen. In den Ostersprüchen,  die den Abschluss des Abendgottesdienst bilden, nach dem unmittelbar die Liturgie beginnt, wird die ganze Osterbotschaft verkündet1:

“Gott steht auf, da zerstieben seine Feinde.”
Das weihevolle Passah ist uns heute erschienen,
das neue und heilige Passah, das geheimnisvolle,
das hochhehre, das Passah Christus, der Erlöser,
das unbefleckte Passah, das große Passah,
das Passah der Gläubigen,
das uns öffnet die Pforten zum Paradies,
das Passah, welches heiligt alle Gläubigen.

“Wie Rauch verweht, werden seine Feinde zerstört.”
Kommet zum Schauen mit der frohen Botschaft,
Ihr Frauen, und saget zu Zion:
Empfange von uns die Kunde der Freude, der Auferstehung Christi.
Tanze und juble und sei fröhlich, Jerusalem,
weil Du den König Christus sahst,
hervorgehen aus dem Grabe wie einen Bräutigam.

“Die Frevler vergehen vor dem Angesichte Gottes,
doch die Gerechten können fröhlich sein.”
Als die balsamtragenden Frauen früh am Morgen
an das Grab des Lebensspenders traten,
fanden sie einen Engel auf dem Steine sitzen,
der ihnen zurief und also sprach:
Was sucht Ihr den Lebendigen unter den Toten?
Was beweinet Ihr den Unverweslichen an der Stätte der Verwesung?
Gehet hin und bringet Kunde seinen Jüngern.

“Dies ist der Tag, den der Herr gemacht,
lasset uns frohlocken und fröhlich sein.”
Das schöne Passah, das das Passah des Herrn,
das hochhehre Passah ist uns erstrahlt.
Passah! Umarmen wir einander in Freude,
oh Passah, Du Erlösung von der Trauer.
Denn aus dem Grabe wie aus einem Brautgemach
strahlt Christus heut hervor
und erfüllte die Frauen mit Freude indem er sprach:
bringet Kunde den Aposteln.

“Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste
jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen.”
Auferstehungstag! Lasst uns Licht werden durch dieses Fest
und einander umarmen und “Brüder” sagen auch zu denen, die uns hassen
und allen vergeben um der Auferstehung willen.
und also rufen: Christ ist erstanden von den Toten,
durch seinen Tod hat er den Tod besiegt
und denen in den Gräbern das Leben geschenkt.

Wir wünschen Ihnen und allen Freunden der Ukraine eine gesegnetes und frohes Osterfest – Христос воскрес! Воістину воскрес!


1 Deutsche Fassung der Ostersprüche: Chor der russ.-orth. Kirche des Heiligen Prokop, Hamburg

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Rückblick: Gesprächsabend mit Serhij Zhadan

Photo: Larissa Mende

Am 23. März fand in den Räumlichkeiten des Generalkonsulats der Ukraine in Hamburg der Gesprächsabend mit Serhij Zhadan statt, der den Abschluss unserer im Rahmen des ukrainischen Sprachenjahrs veranstalteten ukrainischen Literaturwoche in Hamburg bildete. Wir freuten uns über einen vollen Saal, den auch eine gute Anzahl deutscher Gäste füllte und natürlich ganz besonders über unseren prominenten Gast.

Zunächst lasen der Autor und Martin Dietze jeweils in ukrainischer und deutscher Sprache zwei Textausschnitte aus Serhij Zhadans erst kürzlich in deutscher Sprache erschienenen neuen Roman “Internat” vor. Im anschließenden Gesprächsteil ging es um die Heimat unseres Gasts, den Donbass, über seine vielen Facetten, Kultur und dann natürlich auch um die Auswirkungen des von Russland dort entfesselten Kriegs. Ein besonderer Fokus galt den Hilfsprojekten, die der Wohltätigkeitsfonds des Autors mit Hilfe der Volontäre – davon viele selber Kulturschaffende – dort organisiert.

Photo: Philipp Führer

Es folgten ausführliche Antworten auf Fragen aus dem Auditorium, die sich u.a. auch mit der Verfilmung seines Romans “Die Erfindung des Jazz im Donbass” (orig: “Ворошиловград”) befassten und die Lesung zweier Gedichte. Am Ende bestand noch die Möglichkeit, Bücher von Serhij Zhadan in deutscher Fassung zu erwerben und vom Autoren signieren zu lassen.

Wir alle, Gäste wie Veranstalter gingen mit dem Gefühl nach hause, einen wundervollen Abend verbracht zu haben. Wir bedanken uns herzlich bei allen, die diesen Abend möglich gemacht haben: das Generalkonsulat der Ukraine für den Saal und die tatkräftige Hilfe, Oleksij Volynchyk für das wieder einmal großartige Dolmetschen, allen Aktivisten und Helfern, dann natürlich Serhij Zhadan fürs Kommen und nicht zuletzt allen Gästen, deren großzügige Spenden seinem Wohltätigkeitsfonds zugute kommen werden.

 

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Rückblick: Dichterlesung mit Oleksandr Irwanez

Photos:Sergio Kalnini

Am 17. März hatten wir Oleksandr Irwanez zu Gast in Hamburg. Thema des Abends war die Vorstellung der deutschen Fassung seines Romans “Riwne/Rowno” (in deutsch: “Pralinen vom roten Stern”, Übersetzer: Alexander Kratochvil). Wir hörten dabei einige Ausschnitte aus dem Roman sowohl im Original als auch deutscher Fassung, und erfuhren außerdem einiges über seine Entstehungsgeschichte.

Es war ein großartiger Abend in netter Runde, und wir danken unserem Gast fürs Kommen, Oleksij Volynchyk fürs Dolmetschen und natürlich dem Generalkonsulat der Ukraine in Hamburg für die Räumlichkeiten!

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23. März: Gesprächsabend mit Serhij Zhadan

Am 23. März laden wir ein zu einem Gesprächsabend mit dem Autoren, Dichter und Musiker Serhij Zhadan. Unser Gast ist in seiner Heimat einer der Top-Autoren und mit 11 in deutscher Sprache veröffentlichten Werken der breitenwirksamste ukrainische Schriftsteller im deutschsprachigen Raum. Für seine Arbeit hat Zhadan zahlreiche Preise erhalten, etwa den Hubert-Burda-Preis für junge Lyrik 2006, den Brücke-Berlin-Preis 2014 für „Die Erfindung des Jazz im Donbass“, welches darüberhinaus von der BBC zum „Buch des Jahrzehnts“ gekürt wurde, sowie den Breslauer Angelus-Preis für mitteleuropäische Autoren 2015. Für die deutsche Fassung seines Buchs “Internat” sind Sabine Stöhr und Juri Durkot dieses Jahr zum Preis für die beste Übersetzung auf der Leipziger Buchmesse nominiert.
 
Uns wird Serhij Zhadan von den Menschen im Osten der Ukraine erzählen und seiner Arbeit für den von ihm gegründeten Wohltätigkeitsfonds, der Hilfe in den vom Krieg betroffenen Gebieten auf eine ganz besondere Art organisiert. Der Motor dieser Hilfe ist Kultur – etwa Zugang zu Bildung insbesondere auch für arme Kinder, Literatur und Musik. Dabei werden wir nicht nur interessantes über unseren Gast erfahren, sondern auch über seine ostukrainische Heimat und ihre Menschen.
 
Die Veranstaltung findet in deutsch und ukrainisch statt und ist Teil der Ukrainischen Literaturwoche, die wir anlässlich des ukrainischen Sprachenjahrs 2017/2018 veranstalten. Die Ukrainische Literaturwoche findet mit der freundlichen Unterstützung des Generalkonsulates der Ukraine in Hamburg statt.
 
Beginn: 18:00 Uhr
Ort: Generalkonsulat der Ukraine, Mundsburger Damm 1, 22087 Hamburg.
 
Wir erbitten eine Spende von mindestens 10 Euro, um Serhij Zhadans Wohltätigkeitsfonds bei der Umsetzung von Projektens zu helfen.
 
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17. März: Dichterlesung mit Oleksandr Irwanez

Am 17. März ist Oleksandr Irwanez unser Gast, um sein letztes Jahr in deutscher Fassung erschienenes Buch “Pralinen vom Roten Stern” (original: “Riwne/Rowno”) vorzustellen.

Der Roman ist eine satirische Antiutopie mit ernstem Hintergrund – die westukrainische Stadt Riwne findet sich nach einem Putsch in der “Sozialistischen Ukrainischen Volksrepublik” wieder und verdankt es einem Zufall, dass eine Hälfte – ganz gleich Westberlin – zu einer Art Insel in fremdem Staatsgebiet geworden und durch eine Mauer vom anderen Teil getrennt ist. Von hier bricht der Held unserer Geschichte einer Einladung folgend in den Ostteil auf, ohne zu ahnen, welch kafkaeskes Abenteuer ihm bevor steht.

In seinem Vorwort zur deutschen Ausgabe schrieb Jurij Andruchovytsch:

Fans von James Joyce haben ihren Bloomsday, und zwar am 16. Juni. Fans von Oleksandr Irwanez könnten – im Falle eines Falles – ihren Schlojma-Tag immer am 17. September haben. So wie der Bloomsday jedes Jahr in Dublin stürmisch gefeiert wird, so könnte der Schlojma-Tag zweifellos in Riwne zelebriert werden. Nun hat die Stadt Riwne für die Ukraine bei weitem nicht die Bedeutung von Dublin für Irland, doch der Schriftsteller Oleksandr Irwanez verlieh der Stadt mit seinem Roman eine beachtliche, zumindest literarische Bedeutung.

Die Gemeinsamkeit beider Romane ist offensichtlich, denn es geht sowohl im Roman von Joyce als auch in dem von Irwanez um einen Tag mit einem konkreten Datum.
Der Unterschied liegt freilich darin, dass Joyce das Jahr genau bestimmte: 1904. Irwanez gibt keine genaue Jahreszahl. Die Handlung des Romans spielt nicht wie bei Joyce in der Vergangenheit, sondern „quasi“ in naher Zukunft.


Die Lesung findet in ukrainisch und deutsch statt. Der Autor liest aus dem ukrainischen Original, und der Übersetzer des Romans, Dr. Alexander Kratochvil, liest aus der deutschen Fassung vor. Anschließend wird die Gelegenheit bestehen, Fragen an den Autoren zu richten.
Dieser Abend ist Teil der Ukrainischen Literaturwoche, die wir im März anlässlich des ukrainischen Sprachenjahrs 2017/2018 veranstalten.

Die Veranstaltung findet im Generalkonsulat der Ukraine, Mundsburger Damm 1 in Hamburg statt und beginnt um 17:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
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Rückblick: Gesprächsabend mit Anna Veronika Wendland

Am 30. November hatten wir im Generalkonsulat der Ukraine in Hamburg die Osteuropahistorikerin Dr. Anna Veronika Wendland, eine der bedeutendsten Expertinnen für die Geschichte der Ukraine im deutschsprachigen Raum, zu Gast. Thema des Abends war: “Ukraine und Ukrainer auf der Suche nach sich selbst. Die Evolution der ukrainischen Identität”. Der Saal des Generalkonsulats war gut gefüllt, und wir haben uns sehr gefreut, dass auch viele deutsche Ukraineinteressierte den Weg zu der Veranstaltung gefunden haben.

Wie schon angesichts des Themas und natürlich des Gasts zu erwarten war, wurde es ein hochinteressanter Abend, bei dem unsere Gäste und auch wir selber eine Menge Interessantes lernen konnten. Wir gingen zunächst drei Fragen nach, die verschiedene Phasen der ukrainischen Geschichte kennzeichnen: zunächst Rus’ und Het’manat als Wurzel einer ukrainischen Identität, dann die Zeit im Russländischen bzw. Polnischen (später Habsburgischen) Reich und schließlich die Rolle der Sowjetukraine für die ukrainische Nation heute. Anschließend gab es viele interessante Fragen aus dem Auditorium und ebenso interessante Antworten darauf.

Hier ist ein kompletter Mitschnitt des Abends für alle, die nicht persönlich dabei sein konnten oder es sich einfach in Ruhe noch einmal anhören wollen!

Bei dieser Gelegenheit möchten wir uns noch einmal besonders bedanken bei Anna Veronika Wendland für diesen interessanten Abend, dem Generalkonsulat der Ukraine für die schon lange sehr fruchtbare Zusammenarbeit und Maxim Sergienko für die extra im Großformat ausgedruckten Photos aus der Ukraine und natürlich das Video!

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